ROBBIE WILLIAMS
Reality Killed The Videostar
Capitol / Emi

Jahrelang haben GM und Co. auf Spritfresser gesetzt - und dabei den Anschluss an den Markt verpasst. Ähnlich zukunftsblind ist es, wenn Plattenfirmen weiterhin auf teure Auslaufmodelle wie Robbie Williams setzen. Keine Ahnung, wie viele Pfund und Euros die Megakampagne zum Comeback des Popstars der späten 90er gekostet hat ... das Geld hätte man besser in neue Talente gesteckt. Denn trotz Unterstützung durch seinen früheren Hitlieferanten Guy Chambers bietet Robbie nur heiße Luft. Produzent Trevor Horns schichtet opulente Breitwand-Sounds und sämige Streicher ohne Ende um die schmalen Popsongs, aber wenn man sein Blendwerk aus Las Vegas-Touch, Pseudo-Soul, 80er-Disco und schweißlosem Rock durchschaut hat, bleibt nichts, was man von Elton John, George Michael, Frankie Goes To Hollywood, den Pet Shop Boys und auch Robbie selbst nicht schon viel besser gehört hätte.
Volkard Steinbach