DIVERSE
Got No Chains - The Songs Of THE WALKABOUTS
Glitterhouse / Indigo

Seit der Gründung in Seattle vor einem Vierteljahrhundert hat die Band um Carla Torgerson und Chris Eckman 14 Studioalben mit molltrunkenen Balladen, gespenstischen Psycho-Folksongs und krachigen Rockern veröffentlicht. Zum 25. Geburtstag der Band interpretieren nun 15 Weggefährten, Freunde und Labelkollegen wie Terry Lee Hale, Chris Brokaw, The Minus 5 oder Steve Wynn ihre persönlichen Lieblingssongs der Walkabouts. Wie bei Hommage-Alben usus, kleben manche der Interpreten treu an der Vorlage, andere wagen sich mehr oder minder radikal an Song-Umdeutungen. Chris Cacavas, der den Reigen eröffnet, geht bei seiner düster-verzerrten Version von "Grand Theft Auto" so weit, dass er nicht nur das Original, sondern auch sich selbst komplett verschleiert. Will sagen: Hier könnten auch Suicide am Werk sein. Beeindruckend Walter Salas Humara mit einer unheimlich klingenden "Acetylene"-Adaption, Willard Grand Conspiracy in beschwörender Ghosttown-Atmosphäre bei "This Rotten Tree", The Bambi Molesters mit einer Surf-Version von "Sundowner" oder Jon Langford von den Mekons, der aus "Christmas Valley" einen schwankenden Reggae macht. Ganz groß: Savoy Grand, deren "Specimen Days" wie ein bislang unbekannter Talk Talk-Titel klingt. Schönerweise haben Glitterhouse Records zum Jubiläum die Originalsongs remastered als Bonus-CD beigelegt.
Volkard Steinbach