AC/DC
Stiff The Upper Lip
East West Records

Australien. Ehemalige Gefangenenkolonie. Vor nahezu 30 Jahren rief Angus Young AC/DC ins Leben, "weil die Kids dort nichts hatten - außer Linda Ronstadt". Ein gutes Argument. Sofort waren sie weltweit Staatsfeind Nr. 1: "AC/DC machen Molotow-Cocktail-Musik für heranwachsende junge Weiße, die vielleicht die Biker von morgen sind." Die Musikpresse mißverstand die geniale Simplizität der Riffs: "Sie haben musikalisch nichts zu sagen. Dummheit befremdet, kalkulierte Dummheit beleidigt." Millionen Fans sahen und sehen das anders. Obwohl man sich mittlerweile dem "musikalisch nichts zu sagen" anschließen muß. "Stiff The Upper Lip" bietet nicht nur erwartungsgemäss nichts Neues, sondern das Gewohnte leider auch noch in langweiliger Form. Sicher, hier ist alles hundertprozentig AC/DC, und verglichen mit "Ballbreaker" präsentiert sich Brian Johnsons Stimme wieder in besserer Form. Aber auch wenn niemand ein "Back In Black" erwartet: Jedes Riff hatten die Australier schon mal catchier, jeden Rhythmus stampfender, jeden Refrain hymnischer. Man kann die Platte sonntagnachmittags bequem im Sofa hören. Zum Luftgitarrespielen aber sollte man schon "If You Want Blood" oder ähnliche Kaliber auspacken.
Stefan Piontek