ACEYALONE
Magnificent City
Decon / Groove Attack

Hip Hop mit Anspruch - das klingt heute wie nörgelige Eltern: "Kind, jetzt ess' doch auch mal das Gemüse!" Dabei hatte der kalifornische Rapper Aceyalone schon '92 mit seiner Crew Freestyle Fellowship bewiesen, dass ausgefeiltes Gereime über freejazzende Arithmetik Spaß machen kann. Zusammen mit RJD2, dem nach DJ Shadow zweitbeliebtesten Beatfrickler aller Indienerds, geht er jetzt in die vollen: Der fröhlich swingende Opener passt wie Arsch auf Eimer zum launigen L'art-pour-l'art-Flow von Aceyalone. Danach rummst er in die Disco der 70er, bis er zum Electro-Blues "Moore" in nachdenkliche Spoken-Word-Gefilde umschwenkt. Die folgenden Stücke geraten zwar funky, aber auch introvertiert. RJD2 setzt auf oldschoolig analoge Synthies, gegen deren Kälte Aceyalone gewitzt gegenhält. Verspielter wie wortgewaltiger Indie-Rap, der ohne das obligatorische Gedisse auf den Mainstream auskommt!
Frank Krings