DIE AERONAUTEN
Hier: Die Aeronauten
L'age D'or / Spv

Ewig und drei Tage gibt es schon Die Aeronauten - sie weigern sich einfach, aufzugeben. Frech wird das neue Album wie ein Debüt betitelt, und ebenso unbekümmert hauen sie pessimistisch gutgelaunte Punkrock-Schlager mit trötenden Bläsern heraus. Das ist nicht so weit entfernt vom Northern-Soul der Hamburger Kollegen Superpunk, kommt jedoch dreckiger daher, sozusagen die ungewaschene Schweizer Verwandtschaft, siehe etwa den tollen Garagen-Stomper "Frauen". Sänger Olifr liefert wieder tolle Texte über alternde Punks, komische Literaten, rätselhafte Frauen, über sich selbst als tragikomischen Helden und verpackt die kompletten Umweltprobleme der letzten 40 Jahre in einen flotten Bo-Diddley-Shuffle namens "Hey Ozonloch!". Das ist alles schlicht großartig und hätte ein Publikum so groß wie die gesammelte Käuferschaft von Tocotronic, Die Sterne und EA 80 verdient.
Karl Koch