YANN TIERSEN
Le Fabuleux Destin D'amelie Poulain
Ici D'ailleurs / Virgin

"Die fabelhafte Welt der Amelie" ist der Film, von dem derzeit alle schwärmen. Fabelhaft sind aber nicht nur die Bilder, die Jean-Pierre Jeunet ("Delikatessen", "Stadt der verlorenen Kinder") auf Zelluloid gebannt hat. Auch die Musik des Komponisten Yann Tiersen, die er zum Teil extra für "Amelie" geschrieben und im Alleingang eingespielt hat, klingt zauberhaft. Fernab des Üblichen schafft Tiersen poetische Klanglandschaften, in die sich zwei Chansons aus den 30ern bruchlos einfügen. Bittersüße Akkordeonmelodien tänzeln im Dreivierteltakt und entführen in ein imaginäres Paris der Liebenden. Leichtfüßige Klavier-Miniaturen erinnern an Erik Satie, Klassik- und Folk-Motive verschmelzen. Die Minimal-Music eines Phillip Glass hat Spuren hinterlassen, und manche Harmonien lassen an Michael Nymans Arbeiten für Peter Greenaway denken. Wie Nymans Soundtracks wirkt auch Tiersens "Amelie" selbst ohne Filmbilder wie pure Magie - was natürlich das größte Kompliment ist, das man Filmmusik machen kann.
Volkard Steinbach