ATMOSPHERE
Seven's Travels
Rhymesayers / Epitaph

Hip Hop ist für alle da - auch für durch Skatepunk sozialisierte Weißbrote wie MC Slug und seinen Produzenten Ant. Gerade die Distanz von Atmosphere zu herkömmlichen US-Rap macht sie auf eine nerdige Weise authentisch. Slug rappt emotional und mit leicht hysterischem Unterton - was ja spätestens seit Eminem kein Schönheitsfehler mehr ist. Das leicht dilettantische Sampling von Gitarren, Orgeln und rappelnden Funk-Breaks erinnert an alte Platten von den Beastie Boys und Beck. Gerappt wird aus dem prallen Leben, der Track "Shoes" etwa beginnt mit einer kurzen Hommage an Run DMC und endet damit, dass MC Slug seiner weiblichen Partybekanntschaft in die Badewanne kotzt. Mit solchen Stories oder dem Psychopharmaka-Blues "Good Times" ("This one goes out to all the depressed women in da house!") wird nicht unbedingt die Nelly-Klientel gerockt. Aber für Atmosphere gilt: Uncool is the new cool!
Frank Krings