BECK
Midnite Vultures
Geffen / Universal

Die neue Platte von Beck ist über weite Strecken die beste Platte, die Prince in den 90ern nicht gemacht hat. Ob es damit die beste Platte ist, die Beck je gemacht hat, sei dahingestellt. Denn erstmals stellt sich angesichts der Überfülle von aberwitzigen Sound- und Stil-Schnipseleien ein Gefühl der Gewolltheit ein, der beiläufigen Lockerheit bekannter Beckscher Stil-Kombinationen entgegenlaufend. Doch je öfter die Platte rotiert, fügt sich alles wieder in ein großes Staunen, was alles miteinander geht: Kraftwerk, Electric-Boogie, Country, Schweinerock, Psychedelia, R&B-Epen und immer wieder der Prince der 80er. Höhepunkte sind dabei der Soulstomper "Sexx Laws" und die ergreifende Menage-à-Trois-Ballade "Debra". Was da Beck seiner Falsettstimme zumutet, sollte man gehört haben. Mit diesem "Black Album" hat der kleine Schmalhans ein weiteres Mal sein Stilrepertoire zum fast schon enzyklopädischen Überblick alter und neuer, schwarzer und weißer Populärmusik des 20. Jahrhunderts erweitert. Und nicht etwa als trockenes Archiv-Sampling, sondern als kunterbunt schillernde Soulrevue.
Karl Koch