THE BETA BAND
The Beta Band
Regal / Emi

Diese Platte beginnt wie eine Weihnachtsfeier der Potheadpixies, blendet über in eine Beck-Paraphrase und endet in einer Jam-Session von Bob Dylan und den späten Beatles auf Lachgas. Und das alles gerade mal im Eröffnungsstück. Direkt danach: Eine Stone Roses-Gitarre, begleitet von melancholisch-entrückten Stimmen, nach wenigen Minuten überlagert von einem pathetischen John Barry-Sample nebst Schrittgeräuschen. Herzlich willkommen im Universum der Beta Band, wo alle Musik einmündet in einen großen Fluß. Musik mit einer unglaublichen inneren Ruhe und ohne Aufgeregtheiten. Kritiker bemühen schon halbe Enzyklopädien, um diese junge englische Band in einen Traditionszusammenhang zu stellen. Von Pink Floyd, Beach Boys über Scott 4 bis Spacemen 3 reichen die Vergleiche und finden noch lange keine Erklärung für House-Bassdrums, Reggae-Exkurse, Steel-Drums und Dub-Einflüsse. Auch wenn die Beta Band selber in der englischen Musikpresse ihre neue Platte als unausgegorenes Demo einer 60er-Psychedelicband beschimpft: Traut nicht diesem Hype-Vermeidungsmanöver, traut dieser großartigen Musik.
Karl Koch