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BLUMFELD
Testament Der Angst Zickzack / Eastwest
| Kommst du mit in den Alltag? Pop aber kennt keinen Alltag, keine Trauer außer einer inszenierten, und Politik gerinnt oft zum geschickt verkaufsfördernden Kalkül. Blumfeld lassen all diese Zwischentöne auf ihre mittlerweile größer gewordene Hörerschaft los, und das mit entwaffnender Direktheit. Graue Wolken haben sich über die euphorischen Glücksgefühle des Vorgängers "Old Nobody" gelegt. Dennoch lassen Jochen Distelmeyer und seine Band gleich zu Anfang vier Popsongs vom Stapel, die den Vergleich zu den besten Nummern von Prefab Sprout, The Smiths, Style Council (hallo 80er?) oder ihnen selbst nicht zu scheuen brauchen. Dann kommen Krach, Wut, Paranoia: Noch nie artikulierte Distelmeyer seine Wut auf die (alltags-)politischen Verhältnisse in Deutschland eindeutiger als in "Die Diktatur Der Angepaßten", um danach mit dem 8-minütigen "Der Wind" in romantische Poesie zu fallen. Bei aller Ernsthaftigkeit findet sich aber auch ein versteckter Humor, der das Gesagte nicht zurücknimmt, sondern einen anderen Blickwinkel kurz zu Wort kommen läßt. Als Abschluß gibt's eine versöhnliche Hanns-Dieter Hüsch-Coverversion, nur von einer Heimorgel begleitet. Johnny Lipps
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