BOTANICA
Berlin Hi-fi
Rent A Dog / Al!ve

So kann man eine Platte wohl nur nennen, wenn man aus New York kommt. Das Quartett um das ehemalige Firewater-Mitglied Paul Wallfisch (ja, der heißt so) macht, oder wie man an solchen Stellen gerne schreibt, zelebriert einen pathostriefenden After-Hours-Rock, der Nick Cave-Freunden die Tränen in die Augen treiben dürfte. Denn so schwarz die Nacht auch sein mag, so sehr der Alkohol und die Frauen auch unseren Helden ergriffen haben, für einen sich fast in stadiontaugliche Höhen aufschwingenden Refrain reicht die Kraft gerade noch. Danach führt die Gastgeigerin Anne DeWolff wieder tief zurück in die Melancholie. Auf gehuschten 6/8-Takten deliriert man über Tod und Teufel, hat ein bisschen Kabarett-Flair getankt, so wie eben erwachsener Depri-Indie für gestandene Männer zwischen Calexico und Bad Seeds klingen muss.
Karl Koch