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DAVID BOWIE
Hours ... Virgin
| Das muß erst einmal auf der Zunge zerschmelzen: David Bowie veröffentlicht sein 23. Soloalbum! Vor der Quantität lohnt ein ergebener Knicks - aber auch vor der Qualität? Bowie stand in der letzten Dekade oft im Sperrfeuer der Kritik. Rezensenten sahen in den musikalischen Neufindungen saftlose und kalkulierte Abgesänge einer großen Karriere, ein peinliches Anhängen an Jugend und Trends. Das ist vorbei. Der charismatische Brite blickt wieder weit zurück. Bowie transferiert den gängigen 90er-Produktionsstandard in die Zeit der 70er, mischt die Sounds zu einem verspielten Rock-Drama und heult gelegentlich seehundgleich darüber. Das hat seine Momente, wie die glorreiche Single "Thursday's Child" beweist. Doch zu oft klingt der Meister, als gehe es darum, verschollene B-Seiten zu reanimieren. Bowie sucht sich selbst und das mit viel Faltenwurf, sprich: Anstrengung. Zweifellos soll "Hours ..." die Idee einer verdammt reifen Platte symbolisieren, der das Spaßverbot als Prinzip innewohnt. Leider erwächst daraus keine bittersüße Symphonie, sondern nur schleppende Nachtmusik. Als Bestandsaufnahme nett, als David Bowie-Album gesundes Mittelmaß. Ulf Lippitz |