IAN BROWN
Golden Greats
Polydor

Wenn Ian Brown ein neues Album aufnimmt, ist die britische Presse immer ganz aus dem Häuschen und baut gleich einen Altar um diese Platte. Hierzulande ist der Sänger, der mit den Stone Roses Popgeschichte schrieb, hingegen nicht besonders populär und eher in Feinschmecker-Kreisen beliebt. Und bei Licht betrachtet muß man "Golden Greats" trotz unleugbarer Klasse auch nicht wirklich als Gottesbeweis werten. Vom Grundtenor optimistischer als beim Solo-Debut, betritt Brown hier unbekanntes Gebiet. Die trippigen Beats in "Babasonicos" sind ein Novum, es überrascht die starke Einbindung elektronischer Elemente, die mal für Eighties-Flair, mal für Wave-Touch sorgen. Dieser Britpop hat nur noch wenig mit den Stone Roses zu tun, klingt eher nach einer Boheme-Ausgabe der Lightning Seeds. Gepflegte Kompositionen, stellenweise ungewöhnlicher Sound - ein reifes Werk, dem das entscheidende Fünkchen Genialität jedoch fehlt.
Stefan Piontek