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JOHN CALE
Hobosapiens Capitol / Emi
| John Cale hat Rockgeschichte geschrieben - nicht nur mit Velvet Underground, sondern auch durch zahlreiche Soloalben, die derart unterschiedlich sind, dass man sich fragt, ob sie alle von einem Künstler stammen. Zuletzt experimentierte der 61jährige Sänger und Multiinstrumentalist in seinem New Yorker Studio mit digitalen Aufnahmetechniken. Das erste Resultat dieser Heimarbeit, die EP "5 Tracks", verblüffte mit einer Detailfülle, die an Cales Klassiker "Music For A New Society" erinnerte. Das neue Album, in Zusammenarbeit mit Nick Franglen von Lemon Jelly entstanden, bietet sogar noch mehr Ideen jenseits des Üblichen. Zwar lassen einige Songs an urbanen Rock denken, doch dann verwischen überraschende Breaks alle Spuren. Tonlagen verändern sich, Stimmungen kippen von kontemplativ zu bedrohlich, die Grenzen zwischen Loops, Samples und echten Instrumenten verschwimmen zu mysteriösen Soundscapes. Leichte Kost ist das nicht! Wer sich darauf einlässt, wird jedoch mit einem Klangerlebnis belohnt, wie man es zuletzt von Radiohead geboten bekam. Volkard Steinbach |