TROY YOUNG CAMPBELL
Man Vs. Beast
Blue Rose / Rough Trade

Ehedem stand Troy Young Campbell den texanischen Roots-Rockern Loose Diamonds vor. "Man Vs. Beast" präsentiert nun jedoch eine ganz andere Seite des aus Ohio stammenden Gitarristen: Intim, subtil, fast verträumt kommen die Songs daher; nur in "Nobody" zieht er das Tempo etwas an. Herzgreifend klagende Slide- und Steel-Gitarren, Engels-Chöre im Hintergrund, sphärische Keyboards, gelegentlich eine Mundharmonika, dazu eine Stimme wie einst Randy Meisner von den Eagles: Eine ganz eigenartige Stimmung durchzieht dies Album. Da spannt er auch schon mal Drum-Computer und Akustik-Gitarre zusammen - und doch: es funktioniert, wie im schön verhuschten "Hazel" oder dem melancholischen "A Little More Every Day". Auch "Somewhere", wo er sich nur von Piano und Cello begleiten läßt, muß zu den Höhepunkten gezählt werden. Klar, daß sich die Texte häufig um Verlust oder Entfremdung drehen. Eine Platte, die sich nur langsam erschließt, aber eindringlich nachwirkt.
Michael Müller