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JOHNNY CASH
American Iii: Solitary Man American Recordings / Sony Music
| Letztes Jahr hörte man Gerüchte, Johnny Cash sei ernstlich krank. Doch so weit, dass der alte Haudegen den Sargdeckel hinter sich zuzieht, ist es noch nicht. Stattdessen kann man sich über ein neues Lebenszeichen, ein neues Album freuen, noch dazu eines, das die Zahl der von Rick Rubin produzierten "American Recordings" auf drei erhöht. Wie beim ersten Album der Serie verzichtet Cash auf typische Country&Western-Arrangements und schlüpft in die Rolle des klassischen Singer/Songwriters mit Folk-Vergangenheit, der melancholisch-dunklen Gedanken nachhängt und neben seiner akustischen Gitarre nur wenige weitere Instrumente und Stimmen als Klangfärber zuläßt. Natürlich sind Cashs Mitstreiter nicht irgendwelche Nobodies, sondern Freunde und Familienmitglieder wie June Carter Cash, Laura Cash, Tom Petty, Norman Blake, Larry Perkins, Merle Haggard, Sheryl Crow und Benmont Tench. Die Überraschung der Gästeliste ist jedoch Wild Oldham (Palace), der sich im Duett als Bruder im Geiste erweist und einen Song beisteuert, der klingt, als wäre er extra für Cash geschrieben worden. Aber das gilt für alle Kompositionen, die Johnny Cash ausgesucht hat, darunter klassische Country-Songs sowie Titel von Tom Petty, U2 ("One") und Neil Diamond. Johnny Cash ist eben ein Meister der Songveredelung, der einen Song solange interpretiert, bis er das Gefühl hat, es wäre sein eigener. Doch was er aus Nick Caves "The Mercy Seat" macht, ist dann nochmal eine Klasse für sich, wie er sich überhaupt mit "American III: Solitary Man" selbst übertroffen hat. Ich sag nur: Ein Klassiker! Volkard Steinbach |