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NICK CAVE AND THE BAD SEEDS
No More Shall We Part Mute / Connected
| Früher, da floss der Wodka die Kehle hinunter und förderte ein dunkles Grollen zu Tage. From Here To Eternity. Heute steht ein Glas Rotwein auf dem Kaminsims. Zeit sich zu besinnen. Und dem zu danken, der es trotz all der schlimmen Exzesse möglich gemacht hat, den 40. Geburtstag zu erleben. God Is In The House, Hallelujah. Nick Cave ist milde geworden. Der morbide Albtraum ist ausgeträumt. Dem Mercy Seat wird nun der Saft abgedreht. Stattdessen wendet sich Mr. Cave dem Herrgott zu: "Oh My Lord ... Wrap Your Tender Arms Around Me." Dann erklingen Geigen und Celli, Engelsmusik also. Und die Bad Seeds tönen im Hintergrund wie der Helgoländer Shanty-Chor. Dazwischen immer wieder getragene Schwermut, von perlenden Pianotönen untermalt und mit seltsam bemühter Sanftheit vorgetragen. Nick Cave ist in die Jahre gekommen, will nicht mehr den wilden Mann spielen. Das geht auch völlig in Ordnung, der Mann ist ja schliesslich Vater von drei Kindern. Natürlich schenkt uns Cave auf seinem neuen Album, nach drei Jahren Pause, Momente grossartiger Liedkunst. Allzu oft aber kokettiert er in seinen neuen Songs auch mit einer penetrant schmalzigen Weinerlichkeit. Da klingt er dann eher wie ein alter Sack, der nur noch rumjammern kann. Mirko Puzic |