B.B. KING & ERIC CLAPTON
Riding With The King
Reprise / Wea

Als B.B. King und Eric Clapton vor ungefähr tausend Jahren aufeinandertrafen, da war klar: Lehrer trifft Schüler! Daran hat sich bis heute wenig geändert. Das Wenige allerdings ist entscheidend: Von den Urformen des Britpop kommend, unternimmt Clapton immer wieder Ausbrüche in den Blues, sogar mit Popalben, auf denen Drumcomputer den Ton bestimmen. Und King, andererseits, nimmt reihenweise sehr gute Bluesalben auf, um dann, nicht minder experimentierlustig, mal wieder eine jener von Bluespuristen ach so verabscheuten Kollaborationen mit Popmusikern einzugehen. Clapton und King treffen sich diesmal auf dem vertrauten Grund diverser King-Klassiker. Diese neueinzuspielen, macht mehr Sinn, als es einige Kritiker vermuten. Denn nur anhand des vertrauten Materials wird deutlich, wie sich die Zeiten verändert haben: da ist King, der vokalistisch aus seiner Rolle nicht mehr rauskann, und der, passend oder nicht, den Blues-Shouter markiert. Clapton wiederum erweist sich als ausdruckstarker, intonationssicherer Sänger und zugleich als ein Gitarrist, der jeden noch so erfindungsreichen Ton Kings mit jener Sicherheit pariert, die einem Schüler zu eigen ist, der zumindest die technischen Fertigkeiten des Lehrers zu beherrschen meint. Aufgemischt wird all das durch allzulaute Drumcomputer, die bei diesem Gipfeltreffen zweier Generationen einen unangenehm schrillen Gleichklang hinterlassen.
Adrian Wolfen