|
ETIENNE DAHO
Corps & Arms Virgin
| Er habe "ja einen sehr guten Geschmack, trotzdem sei seine eigene Musik bisweilen fürchterlich" las ich unlängst auf einer Fan-Homepage über Etienne Daho. Zumindest ein Körnchen Wahrheit mag darin verborgen sein. Denn nur allzu oft tendiert unser Mann, der in seiner französischen Heimat ein Superstar ist, zu seichtem Mainstream. Seine markant tiefe, variationsarme Stimme, die sich wie Serge Gainsbourg minus Obszönität und Sarkasmus anhört, steuert jedoch mächtig dagegen. Auch liebt Daho die melancholische Ballade, Velvet Underground und Tamla Motown. Arbeitete er auf seiner letzten Platte "Eden" noch mit House und Drum & Bass-Beats, so bewegt er sich jetzt wieder auf altbewährtem Terrain. Kenner seiner Platten werden das ein oder andere Selbstplagiat erkennen, aber bei Etienne Daho darf man eh' nicht allzuviele Innovationen erwarten. Vielmehr sollte man sich von seinem großzügig ausgestellten Sinn für luxuriöse Melancholie gefangen nehmen lassen. Johnny Lipps |