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FIONA APPLE
When The Pawn ... Epic / Sony Music
| Die New Yorkerin zählte zu den Entdeckungen des Jahres 1996. Obwohl erst 19 Jahre jung, klang die Pianistin auf ihrem Debut "Tidal" schon so erfahren wie eine Grande Dame des Singer/Songwriter-Genres. Es spricht für ihre Reife, dass sie sich mit ihrem zweiten Album ausgiebig Zeit liess und keine Blaupause des Debuts produzierte. Die auf ihr Klavierspiel reduzierten, leicht bluesgefärbten Balladen hat Fiona Apple mit wenigen Ausnahmen ad acta gelegt, ebenso die stimmungsvollen Barjazz-Nummern. Üppiger arrangiert und rhythmisch vielseitiger verweigert sie sich einer stilistischen Einordnung: Hip Hop-Beats treffen auf impressionistische Streicherpassagen, leichtfüßige Pop-Melodien werden mit Rock konfrontiert und Soul- und Gospel-Elemente ebenso integriert wie Jazz-Verweise und abgehackte Stimmen a la Tom Waits. Weniger talentierte Musiker würden sich im Geflecht solch' überbordender Ideen verlieren, nicht so Fiona Apple. Und ihre dunkle, charismatische Stimme zieht einfach jeden in ihren Bann. Volkard Steinbach |