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ANJA GARBAREK
Briefly Shaking Virgin
| Wie oft hat man sich bei Björk gewünscht, sie würde doch nicht mit jedem neuen Album versuchen, noch gewagter, abgefahrener, künstlerischer zu werden. Diese Avantgarde-Nudel! Wem also solch angestrengte Kunsthaftigkeit zu nervig ist, sollte dringend mal Anja Garbarek hören. Verzwieselter elektronischer Rock, aber entspannt. Die Norwegerin hat eine faszinierend klare Stimme und sucht sich für jeden Song das passende Soundambiente. "The Last Trick" stünde jedem Cardigans-Album gut zu Gesicht, ist aber in seinem minimalistischen Country-Poparrangement feingliedriger als der Sound der Schweden. Dann wieder durch den Telefonhörer gecroonte Schwermut über knirschenden Beats, wundersam unheimliche Schlaflieder, verquerer Funk, und: nie eine Note, ein Sound zu viel. Erwachsener Pop für 2006. Mark Hollis und Robert Wyatt wussten schon, warum sie einst auf Anja Garbareks Debut-Album mitmischten. Und: Ja, sie ist die Tochter von Jazzer Jan Garbarek. Karl Koch |