GERLING
Headzcleaner
Infectious / Pias

Hier kommt was für Eklektiker. Das australische Trio jongliert mit derart vielen Stilen auf einer Platte, dass man zunächst nicht glauben mag, es handle sich hier um das Produkt nur einer Band. Hört sich der Opener "Phazer Kidz In The Windy City" wie eine Air-Hommage an, schrauben sich bei "Dust Me Selecta" sofort alle Funk-Sensoren hoch. Es wird gegroovt. Mit "G-House Project" findet die Tanz-Einlage ihren Höhepunkt, incl. einer süssen Kylie Minogue als Gastsängerin. Nur zwei Songs später folgt der Culture-Clash, Kool Keith gibt seinen Senf auf dem Hip Hop-lastigen "Destructor Mountain" hinzu. Für Freunde der gepflegten Gitarre: In "Deka" haben Gerling die Strokes ein wenig durch den Ton-Salat gezogen. So viele Lieblingsbands, so viel Verwirrung. Ähnlich wie die in Auflösung begriffenen Bran Van 3000 scheren sich die Australier einen Dreck um Genre- und Form-Grenzen. Das ist die lustige Seite der Musik-Anarchie.
Ulf Lippitz