GOLDFINGER
Stomping The Ground
Mojo / Motor Music

Über manche Dinge kann man streiten. Bayern München. Guter Fußball, trotzdem Scheißverein. Pop-Punk. Macht Spaß, stinkt aber oft. Aber Bayern hat Mehmet Scholl. Das ist einfach ein Guter. Und Pop-Punk hat Goldfinger. Die Kalifornier steigen jetzt mit ihrem zweiten Album steil in Richtung Charts ein. Sie schnitzten aus dem welken NDW-Gassenhauer "99 Red Balloons" flotte Riffs, daß Nena ihr eigenes Lied nicht wiedererkennt. Zum Glück ist die Single der abseitsverdächtigste Track dieser Platte - wer Goldfinger schon in der Bates-Funpunk-Ecke ansiedeln wollte, kann mit dem Kotzen getrost aufhören. Schon ihr variantenreiches Debut steckte seinerzeit 99% aller Bad Religion-Clones in die Tasche. Und "Stomping Ground" ist stilistisch erst recht das totale Flügelspiel: Hier geht von Schmalz-Country bis zu fiesen Ministry-Tönen so einiges, aber selbst die weitesten Pässe kommen an. Im Mittelfeld besinnt man sich auf alte Tugenden: Melodien und Rotzgitarren. Die neuen Songs - eine 14er-Angriffsreihe. Bei solchen Krachern kann man auf die Abwehr getrost verzichten ...
Stefan Piontek