PROFESSOR GRIFF
And The Word Became Flesh
Emi

Ziemlich unerwartet hat das ehemalige Public Enemy-Mitglied ein neues Album am Start: Nachdem er auf Druck des Labels als Chefdogmatiker und "Minister of Information" wegen seines notorischen Antisemitismus aus der Band ausgeschlossen wurde, folgten diverse unsägliche Soloalben. Bisheriger Schlusspunkt seiner Karriere war ein obskurer Feldzug gegen die "Political Correctness" des angeblich linksliberalen Musik-Business - zusammen mit dem Ober-Sexisten und 2Live Crew-Chef Luke Skywalker! So weit, so merkwürdig. Auf "An The Word ..." bietet er jetzt eine mit geschmackvollen Funk- und Soul-Grooves unterlegte Spoken Word-Performance. Da dem selbsternannten Professor das Emotionale eher abgeht, wird er durch die Sängerin Dei Dee Deionne ergänzt. Diese könnte bei jedem Erikah Baduh-Ähnlichkeits-Wettbewerb locker mithalten und passt gut in die besinnliche Atmosphäre des Albums. Würde Griff dabei nicht seine kruden, immer noch antisemitisch besetzten Verschwörungstheorien fortführen (in "A.frican I.n D.eep S.hit" züchtet der CIA Aidsviren, um Schwarze zu töten etc.), wäre dies vielleicht sogar eine gute LP geworden.
Frank Krings