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FRANCOISE HARDY
Clair-obscur Virgin
| Die Grande Dame des melancholischen Pop-Chansons erlebte in den 90ern eine kleine Renaissance. Es gab Kollaborationen mit Malcolm McLaren, Blur und Air, die neuen Pariser House/Lounge-Helden offenbarten sich als Hardy-Fans, während sie selber vor vier Jahren mit "Le Danger" ein eher rockiges Album einspielte. "Clair-Obscur" verlagert den Schwerpunkt nun wieder in Richtung klassische Chansons. Der Opener "Puisque Vous Partez En Voyage", ein Duett mit Jacques Dutronc und Coverversion eines Stückes aus den 30ern, gibt dabei die Richtung an. Entspannt, leichtfüßig und doch anrührend, aber gegen jeden Trend der hierzulande geliebten französischen Musikszene angespielt. Es folgen weitere Interpretationen uralter Nummern und noch zwei Duette - einmal mit Iggy Pop, dann Etienne Daho. Eher unangenehm tönt ein banales Bluesrockstück in unseren Ohren, doch wir werden für den Ausfall mit einigen dieser unvergleichlich sehnsüchtig-traurigen Balladen a la "La Vérité Des Choses" versöhnt. Francoise Hardy liebäugelt auf "Clair-Obscur" weder mit momentanen Trends, noch wird ein Eindruck von Geschlossenheit vermittelt. So wirkt dieses Album wie ein leicht ungeordnetes Adult-Pop-Puzzle jenseits der Midlife-Crisis. Johnny Lipps |