HIM
Razorblade Romance
g.u.n.

Innovation ist ihr Ding nicht. Der erste Hit war eine Coverversion (Chris Isaacs "Wicked Game"), und im Grunde haben HIM ihren kompletten Sound bei der "Draconian Times"/"One Second"-Ära von Paradise Lost geklaut. Aber egal: Besser gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht, und der Erfolg gibt ihnen auf ganzer Linie Recht. Wer "Join Me" mag, kann übrigens getrost gleich das ganze Album kaufen, denn die Single ist keineswegs die Perle im Misthaufen, sondern einer von elf qualitativ gleichwertigen Songs. Jeder könnte ausgekoppelt werden, jeder hätte reelle Chancen auf Charterfolg. Stromlinienförmig genug ist der Sound, und das wird manchem genauso aufstoßen wie die bisweilen über Gebühr schwülstige Stimmung. Echten Friedhofstänzern wird das dann auch viel zu seicht sein, aber Authentizität hin, Innovation her: HIM spielen perfekten Gruft-Pop, der schon allein dadurch sympathisch wird, daß er Britney Spears aus den Top 10 kegelt.
Stefan Piontek