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JARVIS COCKER
Jarvis Rough Trade
| Nach dem Ende von Pulp vor fünf Jahren war Jarvis Cocker nicht faul. Denken wir an sein schräges Glam-Projekt Relaxed Muscle, seine Hilfe bei den Platten von Nancy Sinatra und Charlotte Gainsbourg, seinen merkwürdigen Kurzauftritt beim letzten Harry Potter-Film incl. Beteiligung am Soundtrack, und so fort. Was jedoch fehlte, war eine ernsthafte Standortbestimmung - und die liegt mit seinem ersten Solowerk nun vor. In schmachtenden Sixties-Popdramen lässt der Dandy-Sozialist laute Gitarren krachen. Was ihn auch in die Nähe der letzten Morrissey-Alben rücken lässt, nur dass "his Jarvisness" noch eindeutiger Zitate übernimmt, wenn er etwa in "Black Magic" das Riff von "Crimson & Clover" benutzt. Bei Cocker verstärken die offensichtlichen Reminiszenzen seinen Anspruch als legitimer Serge Gainsbourg- und Scott Walker-Erbe. Den wohl zentralen Track, das als Single ausgekoppelte antikapitalistische Manifest "Cunts Are Still Running This World" hat er aber auf dem Album seltsamerweise als Hidden-Track versteckt. Traut da jemand seiner eigenen Courage nicht? Johnny Lipps |