BASEMENT JAXX
Kish Kash
Xl Recordings / Beggars Banquet

Man kann nicht gerade behaupten, dass das dritte Album des House-Duos aus dem Londoner Stadtteil Brixton sehnsüchtig erwartet wurde. Zu sehr verlor sich zuletzt das breite Interesse an bunt aufgedrehter Tanzmusik, zu groß war die Enttäuschung bei einigen der Mitstreiter-Platten - siehe Underworld und Chemical Brothers. Leider scheint das neue Album der Jaxx in dieselbe Kerbe zu schlagen. Die Markenzeichen der Briten kann man noch gut herausfiltern: Beats, die wie schwere Meteoritenbrocken auf einen zusausen, typisch abgehackte Breakbeats und seltsam flirrende Irrenhaus-Stimmen, die darüber gelegt sind. Nur dazwischen haben Basement Jaxx kein Händchen für das Füllmaterial gehabt. Die Tracks wirken unentschlossen - als ob man sich diesmal nicht zwischen einem gewissen Ewigkeits-Anspruch und dem Blick in den Underground entscheiden mochte. Die Jungs müssen sich weder an The Streets noch am Disco-Punk New Yorks abarbeiten. Die Gästeliste liest sich dabei hervorragend: Meshell Ndegeocello, Dizzee Rascal und Siouxsie Sioux geben sich die Ehre. Leider möchte man hinzufügen: auf der falschen Platte.
Ulf Lippitz