KREIDLER
Kreidler
Wonder / Efa

Die Köln-Düsseldorfer Klangbastler hatten sich rar gemacht. So rar, dass schon Gerüchte die Runde machten, die "postelektronische Grooveband" (Spex) hätte sich aufgelöst. Aber Totgesagte leben bekanntlich länger, und so melden sich Kreidler, zum Trio geschrumpft, nun mit dem dritten Album und neuen Ideen zurück. Na ja, ganz so neu klingen Kreidler nun doch nicht, wenn man mal von den Tracks "Mnemorex" und "Estatico" absieht, auf denen erstmals mit Gesang gearbeitet wird, beigesteuert von Momus und dem Argentinier Leo Garcia. Ansonsten dominiert der gewohnte Minimalismus in der Rotation hypnotischer Tonreihen und blubbernder Beats sowie im Übereinanderschichten von analogen und digitalen Klangquellen. Wie bei den Vorgängern dauert es seine Zeit, bis man alle Details entschlüsselt hat und in der scheinbar ebenen Klangflächen feine Konturen erkennt: vertrackte Rhythmusschleifen, knappe Bass-Figuren, verschnörkelte Gitarrentöne, federnde Dub-Grooves und skizzenhafte Melodielinien, die rauschhafte Zustände beim Hören bewirken können.
Volkard Steinbach