LEFTFIELD
Rhythm And Stealth
Columbia / Sony Music

Das Warten hat ein Ende. Die neue Leftfield steht nach vier Jahren Schaffenspause und circa zwei Jahren Ankündigung in den Regalen. Aber das britische Elektronik-Duo schlingert darin einen eher belanglosen Kurs. Die groben Koordinaten, die bereits ihr Meisterwerk "Leftism" auszeichneten, sind konstant geblieben: Dub, Ambient und Halleffekte. Viel mehr passiert leider nicht. Afrika Bambataa freestylt auf "Afrika Shox", na und? Den schlichten Liedaufbau übertönt er nicht. Als einziges Stück ragt "Phat Planet" aus dem Einerlei hervor. Hier heben Leftfield ordentlich ab, ohne freilich einen deutlichen Unterschied zu ihrem 95er Werk erkennen zu lassen. So gerät "Rhythm And Stealth" zum Hintergrundsound, eher hübsch denn bahnbrechend. Viel Zeit haben sich die Briten mit ihrem Werk genommen, vereinzelt hörte man gar von Unsicherheiten, die Platte überhaupt zu veröffentlichen. Nach dem Hören des Albums versteht man die Sorgen. Leftfield klingen wie Dinosaurier, die sich selbst überlebt haben. Schade.
Ulf Lippitz