THE HIGH LLAMAS
Beet, Maize And Corn
Tricatel / Indigo

Dicke, weiße, flauschige Wolken ziehen an einem angenehm warmen Frühsommertag gemächlich über weite Felder. Davon kann man angesichts kalt-nasser Novembertage nur träumen. Oder man lässt dieses friedliche Bild musikalisch lebendig werden, indem man das neue Album der High Llamas auflegt. Drei Jahre war es still um den ex-Microdisney-Songwriter Sean O'Hagan und seine Klangmaler, deren symphonische Song- und Instrumentalkreationen Erinnerungen an die Beach Boys, van Dyke Parks, Burt Bacharach und Steely Dan weckten. Diese Einflüsse sind auch auf dem neuen Album hörbar, wenngleich noch eine ganze Menge mehr in die mit Streichern, Bläser, Harfen, Chor, Gitarren, Vibraphon und Piano arrangierten Songs und Suiten Einzug gehalten hat. Jazzelemente kann man entdecken, die großen amerikanischen Komponisten Cole Porter und George Gershwin, die Impressionisten Ravel und Debussy, Doo-Wop und Pop der 50er und 60er, sowie psychedelisch wirkende Zusatzstoffe. Was zum Glück fehlt, ist der Elektronikkram, mit dem die High Llamas ihre letzten Platten zukleisterten. Jetzt wird wieder alles von Hand gemacht ...
Volkard Steinbach