MAGOO
Realist Week
Global Warning / Repertoire

Auf dem "Chemikal Underground"-Label brachten Magoo zwei wundervolle Gitarrenpop-Platten heraus, deren sowohl kämpferischer als auch melodisch-traumhafter Teil gleichermaßen beeindruckten. Wie eine Mischung aus frühen Jefferson Airplane und Wire im Jahrgang Pavement verbanden sich hier stürmender Westcoast-Sixties-Pop, kontrollierter New Wave, ProgRock-Partikel und 90er-Indie-Gitarren zu einer ungewöhnlichen Kombination, die viele tolle Popsongs abwarf. Die neue Platte nimmt sich mehr Zeit für die Einzelteile. Nummern, die früher durchschnittlich knapp über der 2-Minuten-Grenze lagen, ufern jetzt aus, zerfasern oft in Lärm. Das bekommt der Platte nicht sonderlich gut, kein Song kann es mit den besten der Vorgängeralben aufnehmen. Nur selten noch blitzen der alte Charme und dieses Gespür für gute Melodien und hypnotische Effekte auf. Schade.
Johnny Lipps