MANU CHAO
Proxima Estaction Esperanza
Virgin

Frankreich vor zwei Jahren: Alle halbe Stunde wird ein fieser kleiner Ohrwurm namens "Bongo Bong" gedudelt. Wieder zuhause angekommen, rennt man sofort los, um sich die Platte mit dem Urlaubshit zu besorgen. Man kriegt die Musik einfach nicht mehr aus dem Kopf. Der Interpret heißt Manu Chao und seine Platte "Clandestino", die weltweit über zwei Millionen verkauft. Und nun eine kleine Enttäuschung: Die neue Platte ist wie die alte. Veränderungen zum Vorgänger sind nur marginal. Manu Chao musiziert auch auf "Esperanza" munter multikulturell darauflos. Er singt englisch, französisch, spanisch, portugiesisch, arabisch und baut eine Brücke um die ganze Welt, vom Roots-Reggae bis zum Buena Vista Social Club. Das alles klingt sehr schön und sympathisch, ist musikalisch 1A umgesetzt. Aber dass er die Musik von "Bongo Bong" gleich zweimal erneut verbraten hat, ist dann des Guten doch etwas zu viel. Da könnte man doch tatsächlich auf den unschönen Gedanken kommen, dem Mann einen gewissen Mangel an Ideen zu unterstellen.
Mirko Puzic