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MASSIVE ATTACK
100th Window Virgin
| Innovation um jeden Preis? Davon hat sich 3D, nunmehr alleiniger Kopf hinter Massive Attack, längst verabschiedet. Mehr als eine Dekade nach dem bahnbrechenden Debüt "Blue Lines", das noch vor Tricky und Portishead den Bristol-Sound installierte, ist das vierte Massive Attack-Album weit davon entfernt, eine musikalische Revolution auszulösen. Dennoch: für wohlige Gänsehaut sorgt "100th Window" allemal. Dunkle Bassfiguren, schwebende Sphärenklänge, wabernde Elektronik und hypnotisierende Rhythmusspuren schaffen eine Musik, die subtil bedrohlich wirkt. Obwohl die Stücke in ihrer Machart kaum variieren (erst zum Schluss stoßen orientalische Streicher hinzu), üben die loop-artigen Wiederholungen wie die düstere Atmosphäre eine seltsame Anziehungskraft aus. Und die wird gar zum Sog, wenn Horace Andy und die nach wie vor faszinierende Sinead O'Connor noch wunderschön zerbrechliche Melodien beisteuern. Volkard Steinbach |