MILES
Miles
Big Store / V2

Wäre so etwas noch vor ein paar Jahren in Deutschland denkbar gewesen? Eine Band, die sich alle großen Songwriter von Beatles und Beach Boys über Big Star bis Blur einverleibt hat, eine riesenfette Produktion bezahlt bekommt, und auch noch Popsongs aus dem Ärmel schüttelt, die Melodien haben, die nach einmaligem Hören haften bleiben? Wäre ich jung, ich würde dem angebeteten Mädchen aus der Parallelklasse sofort ein Tape von dieser Scheibe machen. Die melancholische Leichtigkeit des Cardigans-Chachacha "Bogota", die Munich-Disco-Seligkeit von "Perfect World", die prollig-muntere Beschwingkeit von "Sonic 3.000", sie alle liefern einen guten Sound für die Gefühlswallungen der Adoleszenz. Und dass das Mädchen aus der Parallelklasse vielleicht doch lieber deutschen Hip Hop hört, stört auch nur am Rande.
Karl Koch