|
MOBY
Hotel Mute / Emi
| Der New Yorker Hansdampf gehört wahrlich nicht zu jener Sorte Musiker, die sich wiederholen. Techno, Punk, Elektronik, Blues, Rock, Pop: Beinahe jedes seiner Alben seit dem Debüt von 1992 offenbarte eine neue musikalische Facette. Das trifft auch auf "Hotel" zu, das ohne Vocal-Samples auskommt und auch sonst ungewohnt natürlich klingt. Bis auf das Schlagzeug spielt Moby alle Instrumente selbst und singt auch zumeist. Wenn nicht, dann übernimmt die feine New Yorker Chanteuse Laura Dawn diese Aufgabe. Musikalisch serviert der Meister ein opulentes Pop-Menü mit "echten" Songs und vielen Zutaten aus den 80ern - von Depeche Modes melancholischem Synthiepop über den kühlen Gitarrenwave der Psychedelic Furs bis zum lasziven Discosound einer Donna Summer. Gleichwohl wirkt Mobys Nostalgie nie aufdringlich, sondern erstaunlich modern. Bestes Beispiel dafür ist die Coverversion der ersten New Order-Single "Temptation". Abgerundet wird das Werk durch drei geschmackvolle Instrumentals, die Moby als Anhänger von Brian Enos Ambient-Philosophie ausweisen. Volkard Steinbach |