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MORPHINE
The Night Ryko / Zomba
| Dass Morphines Low-Rock, zusammengesetzt aus schwirrend-tiefen Basstönen, erotischen Saxstößen, federnden Grooves und verlockend dunkler Stimme auf "The Night" merklich besinnlicher und introvertierter klingt als auf früheren Alben, läßt sich nicht leugnen. Aber Mark Sandman - Sänger, Bassist und Songschreiber des Trios aus Boston - konnte nicht ahnen, dass er seinen musikalischen Epilog produzierte, als er Anfang letzten Jahres zusammen mit Billy Conway (drums) und Dana Coley (sax) sowie einigen Gästen das neue Morphine-Album einspielte. Er wollte einfach eine neue Richtung einschlagen, weg von der reinen Triobesetzung und den explodierenden Tracks mit wahnwitzigem Drive, hin zu poetischen Lautmalereien zwischen melancholischem Barjazz, archaischem Blues und orientalisch angehauchter Exotik. Ein paar Monate später war er tot: Herzinfarkt auf der Bühne in der italienischen Stadt Palestrina. Was bleibt, ist ein ungemein beeindruckendes, atmosphärisch dichtes letztes Werk, das erahnen läßt, wohin Sandmans musikalische Phantasien noch hätten führen können, wenn er denn mehr Zeit gehabt hätte. Volkard Steinbach |