VAN MORRISON & LINDA GAIL EVANS
You Win Again
Virgin

Sie ist eine der wenigen überlebenden Frauen aus dem Umkreis von Jerry Lee Lewis: Linda Gail Lewis. Er ist einer der Überlebenden der Sixties: Van Morrison, mit dem schwarzen R&B großgeworden und seitdem wenig dazugelernt. Er gehört zu jenem Urgestein, das wertkonservativ seit 30 Jahren ein- und dieselbe Musik macht. Ewig schreit das Saxophon, ewig ergeht sich der Sänger in den Floskeln der Sinnsuche. Und jetzt probt der Mann aus Dublin auch noch den Schulterschluss mit der Schwester eines Altrockers, die als Country & Western-Sängerin einen guten Namen hat. Nicht, dass Morrrison nicht schon früher die Nähe zu irischen oder afro-amerikanischen Musikern gesucht hat. Ob mit Bluesern, Skifflern oder ausgewachsenen Iren, Van Morrison scheut Grenzgänge nicht. Diese fallen dann in der Instrumentation allerdings immer gleich aus, nur das Musikterrain wechselt. Diesmal halt mehrere Songs von Hank Williams, einen Boogie von John Lee Hooker, und das Gute daran ist die straffe britische Begleitband, The Red Hot Pokers, die alles dafür tun, dass sich dieses Duettalbum nicht wie ein typisches Van Morrison-Produkt anhört. Insofern stehen ihm diesmal die Cowboyboots gut.
Adrian Wolfen