MOS DEF
Black On Both Sides
Rawkus / Zomba

Der neue Shooting-Star im Hip Hop ist ohne Zweifel Mos Def. Bereits als eine Hälfte von Black Star konnte er letztes Jahr überzeugen. Mit "Black On Both Sides" gelingt ihm jetzt auf äußerst raffinierte Weise die Kombination von Underground-Hip Hop mit melodiös-eingängigen Momenten, ohne dabei auf jene Klischees zurückzugreifen, die heute den Top Ten-Hip Hop-Erfolg garantieren. Viele Stücke atmen Soul und auch Jazz, sind aber gleichzeitig immer zu 100% Hip Hop. Das liegt wohl auch daran, daß er auf diesem Album Instrumente wie Bass, Congas, Drums oder Vibraphon selbst eingespielt hat. Zudem hat Mos Def sich den Keyboarder Weldon Irvine als Partner ins Studio geholt, dessen Alben aus den 70ern zur Zeit gerade wiederveröffentlicht werden. Auch die Samples von etwa Aretha Franklin oder Cilla Black sind clever placiert. Textlich vertritt Mos Def ein schwarzes Selbstbewußtsein, das eher an die Zeit der New School zu Beginn der 90er erinnert denn ans Macho-Posing heutiger Rap-Stars. Wer Bands wie die Digable Planets, De La Soul, The Pharcyde und A Tribe Called Quest mag, wird an Mos Def kaum vorbeikommen. Bleibt zu hoffen, daß er sich nicht vorschnell verheizen läßt.
Mr. Chekov