MOS DEF
The New Danger
Geffen / Universal

"Streber-Hip Hop" lästerte die Gangsta-Fraktion anno '98, als MCs wie Mos Def ins Rampenlicht traten. Aus dem Umfeld des New Yorker Talentschuppens "Lyricist Lounge" und des "Rawkus"-Labels heraus agierte er als Pionier für detailverliebten Rap mit Botschaft. Sein Debüt wurde 1999 zum Kritiker-Liebling, beim Nachfolger ist das eher ungewiss! Spoken Word-Poetry mit Percussions, wütender Blues-Rock, klassischer 70er-Soul und Freestyle-Einlagen - etwas viel auf einmal für an Eingängigkeit gewöhnte Hip Hop-Ohren! Dass hier 1a-Produzenten wie Kanye West und Raphael Saadiq am Werk waren, geht bei diesem Flickenteppich schwarzer Musiktraditionen erstmal unter. Mos Defs "Ghetto-Rock" verhandelt Gewaltverhältnisse, von denen Rassismus und Frauenunterdrückung nur die Spitze sind. Das Abgerissene, Abrupte im Sound passt da ganz gut zu Mos Defs sprunghaften Reflexionen. Egal ob wütend, anklagend oder einfach nur lässig - Mos Def beweist sich hier als Ausnahme-Talent.
Frank Krings