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RANDY NEWMAN
Bad Love Dreamworks / Universal
| Wie schon bei seinem "Faust"-Album hat Randy Newman für "Bad Love" keine allzu guten Produktionsbedingungen gehabt. Der Sound ist mäßig, die Abmischung schludrig. Und wie schon bei "Faust" spielt das gar keine Rolle, denn Newmans Songs scheinen mit dem Flair des Unfertigen noch zu gewinnen; wahrscheinlich ist er der beste Garagen-Musiker mit angeschlossenem Streichorchester. Andererseits: wer wie Newman seit 30 Jahren satirische und sperrige Musik unters Volk bringt, darf sich nicht wundern, wenn Industrie und Publikum ihn nicht lieben. Newman wundert sich gewiß nicht und patscht als letzten Song ein ironisches "I Wan't Everybody To Love Me" auf die CD - ausgerechnet! Für "Short People" haben sie ihn vor 20 Jahren fast gekreuzigt. "Bad Love" enthält nicht einen braven Song. Newman tritt die Country-Musik in den Matsch, haut ein Rockstück hin, das nichts anderes enthält als die Botschaft "I'm dead, but I don't know it" - doppelt hinterhältig, weil er es auf sich und seine 30 Jahre Bühnenpräsenz bezieht ("I've Nothing More To Say"), durch das Arrangement aber gleichzeitig der Rockmusik ein Begräbnis erster Klasse verschafft. Und die Hymne "This Is My Country" gehört zu seinen Meisterstücken, weil sie gleichermaßen böse und melancholisch ist. Niemand bringt das Gemeine und das Traurige so zusammen wie Newman, weshalb die beiden Liebeslieder ("Everytime It Rains" und "I Miss You") absolute Herzzerquetscher sind. Da ist er auch musikalisch genial einfach. Um Karl Marx zu erklären, wie der Kapitalismus in den Staaten funktioniert, braucht er nur ein Klavier, und Tom Waits kommt auch nicht ungeschoren davon. "Bad Love" ist Newmans erstes Solo-Album seit 11 Jahren. Wir haben gerne gewartet. Victor Lachner |