OMA HANS
Peggy
Schiffen / Indigo

Alles andere als stumpf dieser Punkrock, der einem das Hirn gewaltig durchbläst. Schön zu sehen, wie hier vernachlässigte Traditionen in eine zeitgemäße Form überführt werden. Die Melancholie von EA 80, Anklänge an den Gitarrenpunk der Leatherface-Schule, dazu die überschnappende Stimme von Jens Rachut, der wie eine manische Variante von Mutters Max Müller klingt, das alles macht Oma Hans so wertvoll. Unserer Zeit sicher angemessener als dunkelromantisches Geschrammel oder Prä-Stadion-Rock, um nur zwei Hamburger Enttäuschungen der letzten Zeit zu nennen. Verdammt noch mal, diese Scheibe ist großartig, 30 Minuten bittere deutsche Wirklichkeit, ohne Trost, aber mit Lebensmut in hymnischen Momenten. Mein persönlicher Hit: "Die Mole", wo Trauer und Wut auf Hoffnung trifft und einem die Kategorien im Kopf zurechtrummst.
Karl Koch