PAUL WALL
The Peoples Champ
Swishahouse / Atlantic

Wenn Rapper in den Staaten mächtig viel Schotter haben, zeigen sie ihren Erfolg gerne mit einem Lächeln: Da funkeln einen schon mal teure "Grills" an, eine Art vergoldete Zahnspange mit Brillanten. Der weiße Südstaatler Paul Wall betreibt mit diesem Mundschmuck einen regen Online-Handel und steigt jetzt auch als Rapper ins dicke Geschäft ein: Auf der Single "Drive Slow" reimt er zusammen mit dem Hip Hop-Wunderkind Kanye West über einem melancholischem Piano-Sample. Ein ruhiges, untypisches Stück für den hünenhaften Basketballer aus Houston, der ansonsten Richtung Crunk fährt: Irrwitzig aufgetunte Bässe, bräsiges Synthiegefiepe und verzerrte Vocals. Nichts fürs Wohnzimmer. Dafür schreit das Ghettogebolze geradezu nach einem angemessenen "Boomin' System" im eigenen Wagen: Das mit merkwürdig verschlepptem Beat und Nörgel-Rap versehene "Sittin' Sidewayz" avanciert so zur neuen Lowrider-Hymne. Paul Wall wird damit kein zweiter Eminem, aber ein Achtungserfolg ist ihm sicher.
Frank Krings