|
PENTHOUSE
My Idle Hands Beggar Banquet / Connected
| Hier wird der Blues in seine Einzelteile zerlegt. Bösartig verrichten die Trash-Blueser aus dem Norden Londons ihre destruktiv-kreative Arbeit. Schon der Auftakt, das kraftvoll-dichte "Creeper's Reef", legt die Fährte in Richtung einer Neudefinition von Noise-Rock. Brachiale Riffreiterei ist hier Programm, genauso wie Songs, die gleichzeitig auf allen Instrumenten abheben. An Schärfe, Perfektion und Lust sind Penthouse nur schwerlich zu überbieten: "My Idle Hands" überschüttet den Zuhörer mit einem Strom heißkalter Klänge, in denen ein Urvieh von Sänger sich und uns nichts erspart. Dieser Charlie Finke mit einer Stimme voller Dreck und Sünde ist ein Maniac wie aus dem Jim Morrison-Lehrbuch, ein infernalischer Shouter, der grunzt, grollt, spuckt und schreit wie eine Kreuzung aus Johnny Rotten und Nick Cave zu Birthday Party-Zeiten. Gegen diese Monströsitäten aus dem Penthouse wirken selbst Jon Spencer's Blues Explosion wie verhuschte Softies. Volkard Steinbach |