PET SHOP BOYS
Fundamental
Parlophone / Emi

Hm. Warum sollte man ein Pet Shop Boys-Album empfehlen? Es reichen doch auch die Singles. Und hier klingen sie, wie sie schon immer, also seit 20 Jahren klingen. Und wer sitzt hinter den Reglern? Trevor Horn, die alte Synthiebombast-Schwarte. Da wird's pathetisch, da rummsen die Toms und böllern die Orchesterschläge wie einst bei Frankie Goes To Hollywood, darüber die böse-ironisch-witzigen-undsoweiter Texte, wie immer nonchalant dargeboten von Neil Tennant. Interessant der Opener "It's Psychological", ein düsteres Hörspiel mit Groove, direkt gefolgt vom schmonzigen "Sodom And Gomorrah Show", das vom fast Vanilla Ninja-artigen "Integral" noch unterboten wird. Sonst aber alles auf Niveau, mal beschwingt, mal melancholisch, und gerade die Balladen geraten den alten Herren ganz groß. Richtig toll etwa "Casanova In Hell", ein Song, für den Robbie Williams töten würde. Lohnt sich also doch ein bisschen, mehr als nur die zahllosen Hits dieser Institution zu kennen!
Karl Koch