PINK
Missundaztood
Bmg

Vielseitig, gut produziert, stimmgewaltig - das alles fällt einem ein, wenn es um die zweite Platte der selbsternannten "Nu Diva" Pink geht. Wer nach dem Mega-Erfolg des LaBelle-Covers "Lady Marmalade" erwartet hat, daß Pink auch auf ihrem neuen Album eher soulig rüberkommt, wird eines besseren belehrt. Mit "Missundaztood" hat Alicia Moore - so Pinks bügerlicher Name - eine kleine Kurskorrektur vorgenommen. Neben der unvermeidlichen R&B-Ballade "Family Portrait" gibt es Country, Pop und Rock en masse. Kein Wunder, sind doch acht der 15 Songs von Linda Perry, Ex-Four Non Blondes-Frontfrau und angeblich Pinks Seelenverwandte, geschrieben und produziert worden. Auch sonst darf sich Pink auf tatkräftige Unterstützung von Richie Sambora, Dallas Austin oder Antonio Reid verlassen. Und shouten kann Miss Moore allemal - was sie vor allem im Duett mit Steven Tyler ("Misery") beweist. Allerdings - bis auf den ersten Track, die ziemlich groovige, plastikpoppige gute-Laune-Single "Get The Party Started", bleibt leider nichts davon dauerhaft im Ohr hängen.
Kathrin Haberecht