R. KELLY
Chocolate Factory
Jive / Zomba

Sein neues Album gehört zu den besten Sachen, die R. Kelly je geschrieben hat: Lockere Melodien, Lovesongs, bei denen die Mädels wie Schoki dahinschmelzen werden, typisch R. Kellysche Mini-Souldramen (wieder mit Ronald Isley) sowie auffällig viele gute-Laune-Sounds im besten 70er Design. Mit "Step In The Name Of Love" erreicht er das Niveau der Marvin Gaye-Klassiker, und "Ignition" wäre seinerzeit ein schöner Song für die Temptations oder O'Jays gewesen. Aber auch eine Prise Hip Hop sowie unerwartete Sounds wie etwa ein Blues-Track oder ein Epos, das ein wenig wie Prince klingt, finden sich hier. Und als Bonus gibt's jene Songs, die im letzten Jahr frisch aus dem Studio geklaut im Internet kursierten, als Mini-Album obendrauf. An der Musik liegt's jedenfalls nicht, dass Mr. Superstar imagemäßig am abschmelzen ist.
Roger Witte