SCHNEIDER TM
Zoomer
City Slang / Virgin

Jahrelang hat Dirk Dresselhaus als "Schneider" in diversen ostwestfälischen Bands getrommelt und geschrammelt. Dann hieß er auf einmal Schneider TM, moderierte die Viva-Sendung "Wahwah" und wandte sich auf seinem Solodebut "Moist" ganz der Elektronik zu. Vor zwei Jahren legte er mit Kollege KPT.michi.gan eine EP voll flächiger Britzel- und Gritzelelektronik nach, die insbesondere wegen einer herzigen Coverversion des Smiths-Klassikers "There Is A Light That Never Goes Out" auffiel. Wer jetzt mit "Zoomer" wieder eine nette Britzelelektroplatte erwartet, wird allerdings überrascht: Dresselhaus greift gleich zu Beginn bei "Reality Check" zur Akustischen und singt verdammt ausgefuchst eingebettet in Clicks, Beeps und Britzels. Singer/Songwriter-Elektro? Doch, das trifft die Sache. Die Gitarre verabschiedet sich dann irgendwann, die Song-Orientiertheit bleibt. Auch wächst im Laufe der Platte der Abstand zum Mikro. Später wird noch für ein paar Raps an Max Turner abgegeben, dann klingt die Platte mitreißend aus, darf bei mir aber gerne noch ne Ehrenrunde drehen.
Bernd Ahlert