SEPULTURA
Nation
Roadrunner / Connected

Sepultura versuchen mal wieder alles hinwegzufegen. Und gehen immer mehr in Richtung Hardcore denn Metal. Brutale Einschübe im Wechsel mit ruhigeren Zwischenparts, in denen die Band derart filigran musiziert, dass man meint, man hätte es mit zwei verschiedenen Truppen auf einer Platte zu tun. Leider werden solche Augenblicke, in denen Sepultura Können offenbaren, mit den immergleichen Mitteln wieder niedergebolzt. Das endet nur zu oft in hemmungslosem Geschrei des Sängers. Derrick Greene kann ex-Frontmann Max Cavalera stimmlich nicht das Wasser reichen, und auch im direkten Vergleich behält Cavaleras Soulfly-Projekt die Nase aufgrund grösserer Experimentierfreude vorn. Da hilft auch Sepulturas illustre Gästeliste nicht weiter, die von Jello Biafra bis Dr. Israel eine Bandbreite vorgaukelt, die das Album zu keiner Zeit einlöst. Und das von einer Band, die vor ein paar Jahren mit "Roots" ein wirklich bahnbrechendes Album aufgenommen hat. Enttäuschend.
Mirko Puzic