SMOG
Dongs Of Sevotion
Domino / Zomba

Kommunikationsbarrieren, "nicht gelebte Leben" - so lauten die ewigen Themen des Bill Callahan, der hier als Smog sein bisher sechstes Album vorlegt. Wie schon auf dem Vorgänger "Knock Knock" nähern sich die Songs verstärkt klassischen Popstrukturen á la Velvet Underground, Shangrilas oder Jesus & Mary Chain. Hier bemüht sich jemand um Pop-Straightness, und doch scheitert Callahan dabei immer wieder. An einem Stück wie "Dress Sexy At My Funeral (For The First Time In Your Life)" etwa bleibt das Offenlegen von Resignation, Sarkasmus und unterschwelligem Sexismus im Text wie ein klebrige Mischung haften. Im zweiten Teil der Platte ab Stück Nr. 7 erleben wir Callahan schließlich als Meister des Zelebrierens von Gefühlen in Nummern, die uns in ihrer Langsamkeit zugleich quälen und faszinieren. Die aufeinanderfolgenden Songs "Nineteen", "Distance", "Devotion" und "Cold Discovery" schließlich bestechen durch atmosphärische Dichte, obwohl sie geradezu nackt und skeletös arrangiert sind. "There are some terrible gossips in this town," singt Callahan im Titeltrack, und diese Zeilen ziehen uns endgültig wie ein Sog hinein in seine dunkle Welt.
Johnny Lipps